Blickwinkel öffentlicher Berichterstattung

Peter Turrinis „Aus Liebe“ im Theater in der Josefstadt
Premiere: 16. Mai 2013
Profil
Kurier
Niederösterreichische Nachrichten
Presse
News

 

Haller Bach-Tage in Halle in Westfalen
„Vom Totentanz zum Lebensreigen“
»Unten zerschellt das Gerippe«

Lesung und Musik bei den 48. Haller Bach-Tagen
Einen Höhepunkt der Haller Bach-Tage erlebten die Besucherinnen und Besucher am Dienstagabend bei der Lesung mit Musik unter dem Titel »Vom Totentanz zum Lebensreigen« im Storck-Treffpunkt. Axel Wolf (Laute/Gitarre) und Ulrich Reinthaller vollbrachten das Kunststück, ihrem Publikum mit ausgesuchten Texten und Barockmusik das Thema »Tanz« ohne einen einzigen Tanzschritt ganz nahezubringen. Ulrich Reinthaller hatte sein lyrisches Talent bereits im Rahmen der Haller Bach-Tage 2009 bei den »Duineser Elegien« unter Beweis gestellt. Am Dienstag präsentierte er sich bestens aufgelegt, humorvoll und – wenn der Text es erforderte – mit großer Dramatik und Eindringlichkeit. Nicht wenige im Publikum erschraken heftig, als der preisgekrönte Schauspieler am Ende der Ballade »Der Totentanz« von Goethe sprachmächtig deklamierte: „Die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins, und unten zerschellt das Gerippe.“ (…) Durchweg ein Genuss war die Interpretation ausgewählter Texte und Gedichte rund um den Tanz von Ulrich Reinthaller. Der Wiener schlug dabei einen Bogen von der ausgehenden Antike bis in die Gegenwart. Wer vorher noch nicht wusste, wie der Tanz einzuordnen und zu wertschätzen ist, der konnte sich am Ende des Abends über einen Erkenntnisgewinn freuen. Dabei agierte Reinthaller keineswegs belehrend. Neugierig, erstaunt und teilweise beinahe ungläubig trug er vor, was kluge Menschen von Aurelius bis Schiller, von Frank Wedekind bis Hermann Hesse zum Thema Tanz zu Papier gebracht haben. „Oh Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen“, zitierte der bekannte Schauspieler den Kirchenvater Augustinus. Anschließend berichtete er davon, wie der Gesellschaftstanz am Hofe von Heinrich II. in Frankreich im 16. Jahrhundert zu einem frühen öffentlichen Spektakel und zur Staatspropaganda wurde. (…) Ulrich Reinthaller berichtete von der Lebendigkeit der alljährlichen Totenfeiern und dem Tanz der Angehörigen auf den Gräbern in Mexiko und vom Bericht von Luciano Berio über den »Tanz des Chinesen«. (…) Ein Höhepunkt des Abends war die Schilderung »Der neueste Tanz«, wo aus den körperlichen Einschränkungen und der Trunkenheit eines armen Menschen der Modetanz »Arizona« wird. Unterbrochen wurde der Vortrag immer wieder vom musikalischen Darbieten des Lautenisten Axel Wolf, der teilweise einen regelrechten Dialog mit Reinthaller führte – sehr zur Freude des Publikums.
Haller Kreisblatt – 10.2.2011

 

Duineser Elegien „VI-X“ Reinthaller rezitiert Rilke:
Der Gipfelsieg ist gelungen
Vor drei Jahren machte sich Ulrich Reinthaller auf, das Gebirge von Rilkes Duineser Elegien zu erklimmen. Die ersten fünf von ihm vorgetragenen wurden zu einem Hörbuch, dieses damals prompt vom ORF zur „CD des Monats“ gekürt.
Nun brachte der Schauspieler im Musikverein die Elegien VI-X zu Gehör. Womit ihm der Gipfelsieg gelungen ist. Reinthaller ergibt sich ganz und gar der sprachsymphonischen Kraft von Rilkes Versen. Er flüstert, fleht, flucht. Macht den Rezitationsabend zur Selbstbespiegelung – teilweise wie weiland Jim Morrison. Mit dem Rücken zum Publikum.
Wenige Versatzstücke genügen ihm, wenn er über Liebesmüh‘ oder die Mühsal des Dichtens spricht, wenn er von Helden, Tod und Hoffnung erzählt. Geht’s um Naturbetrachtung, wird schnell das Publikum fotografiert. Die Bilder darf man später sehen. Pianist Stephan Matthias Lademann begleitet Reinthaller mit einem Programm von Rachmaninov bis Grieg, mit Francaix bis Couperin.  mein Atem / reicht für die Rühmung nicht aus formuliert Rilke in der siebenten Elegie. Dem ist nichts hinzuzufügen.
– Michaela Mottinger – KURIER 13.11.2010

 

Ulrich Reinthaller mit Rilkes „Duineser Elegien I-V“ in Deutschland
Ein Abend mit unergründlichen Elegien

Erlesenes Barockkonzert: Rilke-Lyrik gepaart mit Bachs Cello-Suiten kommt großartig an.
Rilke hat jede Verantwortung für seine Verse abgelehnt. „Mich dürft ihr nicht fragen!“ hat der Lyriker explizit die Deutung seiner erstaunlichen „Duineser Elegien“ verweigert. Gleichwohl: Sie scheinen eine Sprache zu sprechen mit den 200 Jahre früher entstandenen Tänzen in Bachs Suiten für Violoncello solo.
Beim Barockkonzert im Rahmen der 4. Haller Bach-Tage erleben die fast 250 Zuhörer ein erlesenes Programm aus einem Guss. Cellist Christophe Pantillon und Schauspieler Ulrich Reinthaller gelingt ein beeindruckender Abend voller Unergründlichkeit. „Bach hat es leichter, denn der Musik kann man sich leichter hingeben als dem Text“, fordert Reinthaller das Publikum auf, in den Elegien „Welten hinter Welten“ zu entdecken. Rainer Maria Rilkes komplexe „Sprachsinfonien“ haben mehr zu bieten als den reinen Wortsinn. Wer will, der findet in den überschwänglich-melancholischen Gedanken des Dichters eine ungeheure Tiefe. Grenzerfahrungen, äußerste Möglichkeiten des menschlichen Daseins fasst Rilke in schicksalsschwere Worte voller Musik.
„Aber das Wehende höre, die ununterbrochene Nachricht, die aus Stille sich bildet“, zitiert Reinthaller die chiffrierten Botschaften des Lyrikers und greift damit – vielleicht unbeabsichtigt –das Thema der Bach-Tage auf, den Wind. Rilkes Nächte „mulden sich und höhlen“. Der Lyriker spricht von sich hingebenden Geigen, von Engel und Puppe und Schauspiel, vom wandelnden Frühwind. Seinen Versen verleiht der langjährige Burg-Schauspieler Eindringlichkeit, interpretiert mit Spannung. Reinthaller nutzt den Raum bei seiner faszinierenden Rezitation, erklimmt die Kanzel, trägt den Stuhl vors Publikum oder illustriert den schwierigen Text, der ohne jegliche Chronologie auskommt, mit wenigen großen Gesten.
Eine Vorstellung voller Dramatik.
Nach 75 Minuten hochkonzentrierter Darbietung löst sich die Spannung des Publikums in begeisterten Applaus. Drei „Vorhänge“ und dann verschenkt Reinthaller ein paar Verse aus Rilke Tagebüchern als Zugabe.
Westfalen-Blatt 11.2.2009, Halle

 

Engel, Liebende und Kinder
Multikreative Annäherung an die Unergründlichkeit bei Bach und Rilke im lyrischen Konzert
„Was hat Rilke mit Bach zu tun?“ – mit dieser Frage eröffnet der bekannte Schauspieler Ulrich Reinthaller das gut besuchte lyrische Konzert im Rahmen der Bach-Tage am Montagabend in St.Johannis. Die beiden Genies hätten durchaus Gemeinsames, etwa die Unergründlichkeit ihrer Werke.
Für den Zuhörer schiene die Welt der Bach´schen Töne einfacher, doch seien die Texte von Rilke auch wie eine Symphonie, allerdings mit Worten, so Reinthaller. “Lassen Sie sich von beidem aus der Kurve tragen!“, war die kluge Gebrauchsanweisung vorweg für Rilkes „Duineser Elegien VI-X“ und Ausschnitte aus den Suiten für Violoncello solo – meisterlich dargeboten vom in Halle bestens bekannten Christophe Pantillon.
Mit der freien Rezitation der ersten Elegie erlebten die gebannten Zuhörer die Flut chiffrierter Bilder, einem ungeheuren Komplex von Welten hinter Welten: „Das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang.“
So mancher Literaturfreund hatte sich vorsichtshalber den Text der Duineser Elegien mitgebracht und verfolgte Zeile für Zeile wie in einer Taschenpartitur. Von den Engeln und Tieren erzählt die Auftakt-Elegie, die 1912 auf dem Schloss Duino bei Triest entstand und damit dem vielleicht größten lyrischen Werk seiner Zeit den Namen gab. Der gefangene Mensch ist ein weiterer poetischer Strang, allesamt Themen, die sich in den folgenden neun Elegien weiter entfalten sollen.
Pantillon schenkte den Zuhörern die musikalische Antwort mit dem bekannten „Prelude“ aus der „Suite Nr.1 in G-Dur BWV 1007“ und geleitete an das nächste unergründliche Ufer – die zweite Elegie. Hier entblättert Rilke die Kontraste und Unüberbrückbarkeiten zwischen der Welt der Engel und des Menschen – „Jeder Engel ist schrecklich“ bis dahin, dass „man allmählich ein wenig Ewigkeit spürt.

Von gewalttätiger Sexualität spricht die dritte Elegie und leitet vom Blut des Neptun über zur – auch für Rilke – alles bedingenden Mutter-Sohn-Beziehung „Schien ein Gehüteter, aber innen, …. wie er sich hingab ….“ Und wieder war es das klagende Cello, das die Gemeinde weiter trug an das Ufer der vierten Elegie. Reinthaller wandelte schlafwandlerisch sicher durch das Kirchenschiff, vom Altarraum auf die Kanzel und direkt hinein in die Zuhörerschaft. Er schafft mit minimalistischer Gesten seiner Bewegung und magischen Stimme eine Situation von so enormer Präsenz, die einen tiefen Zugang zu den Welten hinter den Texten aufschloss.
Die Themen der vierten und fünften Elegien stellen das „innere Theater“ hinter dem „Vorhang des Herzens“ in den Mittelpunkt und machen einen tief philosophischen Ausflug in die Welt des Akrobaten. „Alles ist nicht es selbst – Das Zwischenreich der Kindheit ist unbeschreiblich – dieser verlorene Teppich im Weltall“. Ein wundervoller Abend ging mit tosendem Beifall zu Ende.
Haller Kreisblatt 11.2.2009

 

Ulrich Reinthaller mit Rilkes „Duineser Elegien I-V“ in Österreich
Klage eines Träumers
Reinthaller rezitiert Rilke. Ein philosophisches Selbstgespräch im Wiener Radiokulturhaus.
Man solle gar nicht erst versuchen, die Verse Rilkes mit dem Hirn zu fassen, sagt Ulrich Reinthaller zu Beginn. Man solle lieber das Herz einschalten. Und den Bauch, den fürs Mystische irgendwie Zuständigen. Die „Duineser Elegien“ sind ein gewaltiger Brocken.
Die ersten fünf hat sich der Schauspieler hergenommen, rezitiert – nein, eigentlich spielt er sie. Ist triebhafter Flussgott genauso wie schützende Mutter, rechtet mit dem Vater, mit schrecklichen Engeln. Und macht ein Paar aus dem Publikum, das sich an den Händen hält, zu Rilkes Liebenden, der ihm höchsten Möglichkeit menschlichen Seins. Traumwandlerisch turnt Reinthaller durch Rilkes eigenwilligen Duktus, gestaltet die über weite Bögen gespannte Sprache als philosophisches Selbstgespräch. „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?“ Dieser in Duino gehörte Satz soll Rilke 1912 zu seinen Klageliedern inspiriert haben.
Begleitet wird Reinthaller von Christophe Pantillon, der, atmosphärisch sehr stimmig, Cello-Suiten von Bach spielt. Ein gelungener Abend.
Michaela Mottinger (KURIER) Kurierwertung: 4 von 5 Punkten.

 

Ulrich Reinthaller mit Rilkes „Duineser Elegien I-V“
SANFTMÜTIG DURCH WORTKURVEN
Arzt –vom Wörthersee-Schauen oder Rilke ehren? Beide Angebote zusammen ergaben jedenfalls am Wochenende eine proppenvolle „neuebuehnevillach“. Die Fans von Ulrich Reinthaller erlebten dabei ihren Star einmal ganz anders. Sowohl diese als auch Rilke-Liebhaber ließen sich „mit Sanftmut aus der Kurve tragen“.
Dazu lud der Schauspieler in kurzen Einführungsworten. Und danach tat er alles, um die sanfte Kurvenfahrt auch zu ermöglichen: Die ersten fünf der zehn Duineser Elegien von Rainer Maria Rilke, die der Dichter 1912 auf Duino begonnen und 1922 in der Schweiz vollendet hatte, entfalteten ihren unenträtselbaren Zauber.
Reinthaller „spielt“ sie, auswendig, wortdeutlich – und doch wie selbstverständlich. Er setzt mit fast immer sparsamen Gesten, ebensolchen Bewegungen durch den Raum und intensivem Blickkontakt ganz eigene, spezielle Akzente. Die deuten Rilkes wunderbar „unsinnige“ Wortspiele nicht, heben sie aber wie Schätze; betonen kühne Metaphern (oder manchmal auch solche, die man beim Lesen übersieht).
So leise, dass man kaum zu husten wagt (und schon gar nicht, zu schnäuzen …), aber überdeutlich kommen Rilkes Wahrheiten daher. Zum Schluss wissen wir wieder, dass jeder Engel schrecklich ist. Oder, dass uns ein („wem, wem zuliebe?“) niemals zufriedener Wille wringt, schlingt und schwingt – auch dank dieser weitgehend unpathetischen, konzentrierten, dichten Interpretation, die in Christophe Pantillons Wiedergabe von Bachs Cello-Suiten eine schöne Ergänzung findet.
Frida Stanik KRONENZEITUNG – Dienstag, 1. Jänner 2008

 

Rilke-Forum www.rilke.de
Ulrich Reinthaller betritt die Bühne mit einem Lächeln und wendet sich sofort sehr persönlich an das Publikum im Großen Sendesaal (der von sich aus nicht gerade eine Atmosphäre bietet, die einen sofort an Rilke denken läßt) und erklärt zunächst, er wolle „Zeit gewinnen“. Sowohl er als auch wir können uns so an das Mikrophon gewöhnen, das er – des Audio-Livestreams wegen – im Gesicht trägt.
Nachdem er auch alle begrüßt hat, „die – wie passend bei Rilke – über den Äther mit uns verbunden sind“, ebenso wie auch alle, die zu diesem „Verbundensein“ nicht erst ein Medium wie das Internet benötigen, spricht er ein paar Worte über die „Mystik“ und bittet uns: „Lassen Sie sich sanft den Verstand rauben…“
Christophe Pantillon hat das erste „Wort“. Er wird den ganzen Abend musikalisch gestalten, mit Bachs Cello-Solosuiten, wunderbar intim und ganz ohne allen Aufhebens, mit großer Selbstverständlichkeit interpretiert.
Und dann Ulrich Reinthaller: „Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn…“ — er geht frei im Saal herum, spricht auswendig, mit ganz natürlicher Mimik und Gestik, sucht immer wieder den direkten Blickkontakt mit seinem Publikum, als ob es das Allernormalste von der Welt wäre, worüber er spricht… auch seine Stimme hat es dabei niemals nötig, eine pathetische Farbe anzunehmen. Rilkes nicht immer ganz leicht verständliche Worte scheinen Ulrich Reinthaller ganz unmittelbar aus dem Herzen zu kommen…
Und ich erkenne: in seinen „Duineser Elegien“ hat Rilke zwar über Dinge gesprochen, die unser verstandesmäßiges Begreifen bei weitem übersteigen…
Dennoch sind es Themen, die jedem einzelnen von uns in der Wirk-lichkeit seiner Seele sehr vertraut sind.
Jeder von uns hatte wohl schon einmal eine Begegnung mit dem „Engel“, dem „tödlichen Vogel der Seele“… der so schreck-lich sein kann, daß man diese Begegnung manchmal am liebsten gar nicht wahrhaben möchte…
Auch mit dem „Flußgott des Blutes“ haben viele von uns wahrscheinlich das eine oder andere Mal schon zu ringen gehabt…
Und wie viele Menschen kennen doch dieses Gefühl, nicht „wie Zugvögel verständigt“ zu sein, sondern verzweifelt nach Orientierung zu suchen…
Einige mögen sich wohl auch noch an ihre Kindheit erinnern, an diese Zeit im „Zwischenreiche zwischen Welt und Spielzeug“…
Ulrich Reinthaller gelingt es, alle diese Dinge und noch viel mehr Unaussprechliches in den Herzen seiner Zuhörer lebendig zu machen.
Auch die Verbindung der Worte Rilkes mit der Musik Bachs ist eine Idee, die wunderschön aufgeht. Denn auch Bach „spricht“ ja von ähnlich „Unfaßlichem“, und Christophe Pantillon macht es einfühlsam hör- und damit erlebbar…
Und die fünfte Elegie, Reinthallers letzte für diesmal (?): er kennt sie gut, die „Rose des Zuschauns“, und er weiß um die „unsägliche Stelle, wo sich das reine Zuwenig / unbegreiflich verwandelt – , umspringt in jenes leere Zuviel.“ Wie wohl es tut, gerade diese Zeilen in solcher Ehrlichkeit von einem Schauspieler zu hören!
Was Ulrich Reinthaller uns an diesem Abend beschert hat, ist niemals „leer“. Und es ist auch niemals „zuviel“. Auch dann nicht, als er nach dem (nach einem kurzen Atemholen) begeisterten Applaus sich für unseren „Mut“ bedankt, weil wir uns auf diesen Abend eingelassen haben, und noch ein „Geschenk“ für uns hat, wie er sagt, das er lächelnd auspackt:
Du mußt das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und laß dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken läßt.

Sie aufzusammeln und zu sparen,
das kommt dem Kind nicht in den Sinn.
Es löst sie leise aus den Haaren,
drin sie so gern gefangen waren,
und hält den lieben jungen Jahren
nach neuen seine Hände hin.

Träume, die in deinen Tiefen wallen,
aus dem Dunkel laß sie alle los.
Wie Fontänen sind sie, und sie fallen
lichter und in Liederintervallen
ihren Schalen wieder in den Schoß.

Und ich weiß jetzt: wie die Kinder werde.
Alle Angst ist nur ein Anbeginn;
aber ohne Ende ist die Erde,
und das Bangen ist nur die Gebärde,
und die Sehnsucht ist ihr Sinn –
An beide Künstler: ein ganz großes DANKE für diesen Abend!
Ingrid Haselberger, Sängerin Posting über das Rilke-Forum www.rilke.de am 13.2.2008

 

Rilke-Monodrama
DIR ZUR FEIER
Ulrich Reinthaller hat mit der Hörbuch CD “ Dir zur Feier“ Rilke, dem grössten Lyriker aller Zeiten, ein heutiges Denkmal gesetzt. Der hochsensible Interpret transformiert zum Dichter des totalen Anspruchs und trifft Nerv und Puls des zuende gehenden 19.Jahrhunderts . Dank seiner hohen Sprechkultur und emotionalen Bandbreite erhält durch ihn Rilkes Dichtkunst den ihr gebührenden Glanz und bestmögliche Interpretation : Ein Hörbuch also, das man oft und oft hören , fühlen und begreifen will.
Kärntner Woche (Ilse Gerhardt, 12.1.2007)

 

Lob der Einsamkeit
Wer auch in einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Wiener Konzerthauses Einsamkeit fühlen kann, kam bei der Rilke-Collage „dir zur feier“ voll auf seine Rechnung. Wer in liebevoller Beziehung lebt, war – gerade wegen der brillanten Idee und ihrer perfekten Verwirklichung – in Versuchung, in das frevlerische Gebet der Pharisäer im Gerichtssaal des Pontius Pilatus einzustimmen: „Herr, Gott, wir danken dir, dass wir nicht so sind wie dieser.“
Das unfromme Gebet lebte aber nur bis zum donnernden Schlußapplaus, der bewies, dass man auch Einsamkeit künstlerisch zum Genuß überhöhen kann …
Börsen-Kurier, 28. Oktober 2004

Fernsehliebling Ulrich Reinthaller zeigte sich bei den Festwochen Gmunden von der ernsten Seite. „Dir zur Feier“ nennt der ehemalige Burgschauspieler seinen Rezitationsabend, der das Publikum vollkommen in Bann schlug: Rilkes Lyrik einmal frontal und unverstellt. Heftiger Applaus für einen gelungenen Abend. (…)
Den wilden, gierigen Lebenshunger hinter dem Leiden wußte Reinthaller ins Publikum zu tragen.
Kronenzeitung, 4.11.2004

Wer vergangenen Mittwoch DIR ZUR FEIER versäumte, hat wahrscheinlich eines der Highlights des Wiener Neustädter Frühlings versäumt. Der Schauspieler Ulrich Reinthaller begeisterte das Publikum mit seiner Stimme und dem Spiel; so mancher unter den Zuhörern fühlte sich sogar an den großen Oskar Werner erinnert .
Wiener Neustädter Zeitung, 22.4.2005

Seit mehr als 30 Jahren bin ich ein überaus großer Theater-Fan, habe aber selten in meinem Leben etwas derart S c h ö n e s gesehen. Es war eine Sternstunde der Theaterkunst – betrachtet von den verschiedensten Gesichtspunkten.
Margit Hubmann, privates MailLandesregierung Kärnten, 22.12.2005

der rilke-abend „dir zur feier“ von und mit ulrich reinthaller war für mich
ein unvergessliches erlebnis, und ich kann nur empfehlen, sich auf dieses
abenteuer zu begeben.
ich war auf eine typische lesung eingestellt, aber meine erwartungen
wurden in jeder hinsicht übertroffen. nicht nur, dass herr reinthaller eine
wunderbare interpretation der rilke-werke darbringt, er nimmt die zuhörer
mit auf eine reise der emotionen, vielleicht auch der wiedererkennung,
und schafft dadurch eine einzigartige verbindung zum publikum.
müsste ich den abend in einem wort beschreiben, gibt es nur eines dafür:
„WOW“!
eva maria baier privates Homepage-Feedback

Internet

Interview anläßlich der Erstausstrahlung des 3. Teiles der Reihe „Der Arzt vom Wörthersee“
Sabrina Hoffmann/Teleschau Mediendienst

 

Observer-Clipping
Rebell mit Rilke

Überschrift in Dt. Fernsehdaten: 16.6.94

Wer ist der Typ, der jeden Montag fast sechs Millionen Menschen vor den Fernseher lockt? (Bild-Zeitung: 5.9.94) Außer gutaussehend, musisch und begabt?
Kölnische Rundschau: 9.7.99

Einer der anzubieten hat, was Theaterdirektoren von heute sehr schätzen: zur Darstellungskunst auch die Einschaltquote.
NEWS: 26.2.98

In Deutschland ist er der TV-Star: Publikums(!)Bambi 95 (BUNTE: 21.9.00) gewesen. Fast jedes Kind zwischen sechs und 13 sah im Sommer die erste Staffel von ‚Hallo, Onkel Doc’. (Wiesbadener Kurier: 18.9.99) Im Klartext: Die Einschaltquoten lagen Mitte der 90er Jahre über denen der Tagesschau.
(Heim & Welt: 5.7.00)

Karl LÖBL im ORF nach der Premiere von Patrick Marbers „Hautnah“ im Wiener Volkstheater:
Ulrich Reinthaller, auch diesmal wieder als „Onkel Doc“, aber er beweist, dass er der Großaufnahme nicht bedarf, um mit seinem Gesicht, um mit seiner Sprache wirklich überzeugen zu können und einen Menschen darstellen zu können. Ich hoffe, es bleibt nicht bei einem Comeback, wir würden den Reinthaller gern häufiger am Theater sehen.

Das Timbre seiner Stimme lässt selbst das Vorlesen eines Telefonbuchs zum erotischen Ereignis werden.
Hamburger Morgenpost: 9.7.94

Denn hinter dem Rebellen verbirgt sich ein Romantiker, der die Werke von Novalis und Rilke liebt.
Weser Kurier: 8.7.94

Und was Qualität betrifft, setzt Reinthaller hohe Maßstäbe.
(Wiener Kurier: 21.10.98)

Ein Meisterwerk der Darstellung ist denn auch die Verkörperung der Titelrolle (in ‚Lieber Karl’) durch den jungen, österreichischen Schauspieler Ulrich Reinthaller. Sein durchscheinendes Gesicht, seine ungeheuer klaren Augen, Augen wie Wasser und Himmel, durchgeistigt, lösen die Gefühle aus, die diesem so sicher gemeisterten Werk zu fehlen drohten. „Er ist ein Engel, bei dessen Anblick man alles vergisst“, schrieb eine französische Kritikerin. ‚Lieber Karl’ wurde denn auch der meistbesuchte Film des Festivals von Cannes – und prompt nach Amerika verkauft.
(STYLE: 3/85)

Ulrich Reinthaller. Geboren wurde er in eine Künstlerfamilie, wurde Mozart Sängerknabe, lernte Klavier, Cello und Saxophon, studierte am Max-Reinhardt-Seminar. Mit kaum 20 spielte er in Maria Knillis Erstling „Lieber Karl“ (Bundesfilmpreis) die Hauptrolle. Seine Bühnenkarriere begann der Diplom-Schauspieler im gleichen Jahr (1984) am Theater in der Josefstadt und wurde schon 1985 ans Wiener Burgtheater verpflichtet – bis 1993. Daneben drehte er 11 Kino- und TV-Produktionen.
(Gong-Staralbum)

Comments are closed.